Traumatherapie

Wiener Couch Raum 2 (c) Michael Baumgartner | KiTO

Ein Trauma ist eine normale Reaktion auf ein abnormales Ereignis. Bei einem Trauma wird das seelische und körperliche Gleichgewicht eines Menschen durch ein äußeres Ereignis erschüttert, die zentrale seelisch-körperliche Verarbeitung wird überfordert, Angst und Erregung steigen stark an. Das Grundvertrauen, durch seine nächsten Bezugspersonen geschützt und durch eigene körperliche und seelische Abgrenzung unantastbar zu sein, wird beschädigt oder zerstört.

Unsere Therapieansätze beruhen auf der Erkenntnis, dass das fundamentale Geschehen bei Trauma körperlich, organisch und unbewusst ist und auf einer Konditionierung beruht.

In der WIENER COUCH bieten 3 Methoden an:

  • EMDR
  • BRAINSPOTTING
  • SOMATIC EXPERIENCING

 

EMDR

EMDR (=Eye Movement Desensitization and Reprocessing) bedeutet, belastende, traumatische Ereignisse werden durch Augenbewegungen verarbeitet.

Diese Methode wurde von Francine Shapiro Ende 1980er Jahre entwickelt.

Das AIP (Adaptive Information Processing – adaptives Informationsverarbeiten) welches der Wirkweise von EMDR zugrunde liegt, geht davon aus, dass in jedem Menschen ein autonomes neurophysiologisches System aktiv ist, das alle eintreffenden Informationen kategorisiert und integriert, um ein mental-emotional-physiologisches Gleichgewicht zu erhalten. Bei Traumata, Stress und äußerer Bedrohung kann dieses System überfordert und die Informations-verarbeitung begrenzt sein. Dies passiert, wenn die Erlebnisse (Material) zu viel, zu schlimm, zu unerwartet kommen, ohne dass Kategorien zur Einordnung zur Verfügung stehen, sie werden inadäquat gespeichert und sind Ursachen von Störungen (Depression, Zwang, etc.), Reaktionen (Sucht, Selbstverletzung, etc.) Symptomen (Körpersymptome, Übererregung, Vermeidungsverhalten, Affektregulationsstörung, etc.), irrationalem Verhalten (Schreck, Angst, etc.), kognitiven Verzerrungen und dysfunktionalen Überzeugungen (wie z. B. „ich bin nichts wert“).

Hier setzt das EMDR an, indem es dieses System reaktiviert und dabei unterstützt, die Verarbeitung erneut aufzunehmen, und Erfahrungen, die in die Vergangenheit gehören, aber im „Hier-und-Jetzt“ durch Auslösesituationen Symptome auslösen wie damals, wieder dorthin zu transportieren (Münker-Kramer 2015).

Vor der Bearbeitung ist die Ressourcenaktivierung, unter anderem durch EMDR, ein bedeutender Faktor, da die Entlastung und Verarbeitung über die Verbindung zwischen Belastung und Ressourcen im neuronalen Netzwerk erfolgt.

 

Brainspotting

Brainspotting als Trauma-Therapiemethode hat einen eigenständigen tiefenpsychologisch fundierten Ansatz, der die kreative Kompetenz des Gehirns zur Traumaverarbeitung nutzt.
 Ziel ist es, eine besondere Genauigkeit und Behutsamkeit bei der Steuerung der Traumaverarbeitung zu erreichen.
BSP wurde zunächst als Weiterentwicklung von EMDR vorgestellt, heute führt diese Methode weit darüber hinaus in einen eigenständigen tiefenpsychologisch fundierten Ansatz, der die kreative Kompetenz des Gehirns zur Traumaverarbeitung nutzt. Das Vorgehen verbindet Erkenntnisse und Grundlagen von Somatic Experiencing und EMDR, um mit einer besonders behutsamen und punktgenauen Begleitung, eine tiefgehende Traumaverarbeitung zu erreichen. Neben dem Finden des sogenannten Brainspots ist in der Arbeit mit BSP das „Attunement“, die Einstimmung der Therapeutin/des Therapeuten auf die KlientInnen, besonders wichtig.

BSP wird im Rahmen einer therapeutischen Beziehung unterstützend eingesetzt. Bei der Behandlung von Traumata, ist die therapeutische Beziehung von entscheidender Bedeutung. Mit BSP können innerhalb dieser therapeutischen Beziehung auch Erfahrungen und Symptome, die jenseits des bewussten sprachlichen Zugriffs liegen, behandelt werden. BSP kann nicht nur bei Belastungen, sondern auch besonders wirksam zum Aufbau und Stärkung von Ressourcen eingesetzt werden. Diese Ressourcen ermöglichen in der Therapie zwischen positiven Zuständen und der Aktivierung des Traumas zu pendeln, um eine sukzessive abgestufte Verarbeitung und Desensibilisierung zu erreichen.

Weiterführende Informationen finden Sie HIER

SOMATIC EXPERIENCING

Somatic Experiencing ist ein körperorientierter Ansatz, um Stress durch Schock und Trauma verstehen, bewältigen oder ihm vorbeugen zu können.

Diese Art von Traumatherapie arbeitet mit den psychophysiologischen Folgen eines Ereignisses, nicht mit dem Ereignis selbst. Dabei versucht man die durch das Ereignis verursachte Dysfunktion des Nervensystems aufzulösen.
Ganz wichtig in dieser Arbeit sind die eigene Körperwahrnehmungen („felt sense“) und die persönlichen Ressourcen – sie haben eine wesentliche Funktion für die Neuverhandlung des Traumas. Die so genannte „gefrorene Situation“ aus der Vergangenheit, die blockiert, kann über diese Arbeit freigesetzt, aufgelöst und neu integriert werden.

Somatic Experiencing wurde von Peter Levine auf der Basis von Neurowissenschaften und psychotraumatologischer Forschung entwickelt.

Die Theorie dahinter:

Die Polyvagaltheorie (Stephen Porges) dient als Basis für den therapeutischen Ansatz. Sie erklärt, wie das menschliche Nervensystem auf sichere, gefährliche und lebensbedrohende Situationen reagiert: Demzufolge existieren drei hierarchisch organisierte Subsysteme des autonomen Nervensystems, die unsere neurobiologischen Reaktionen auf Stimulation aus der Umgebung beeinflussen. Das Nervensystem verfügt mit der „Neurozeption“ über einen Wahrnehmungskanal, der aber selten bewusst verarbeitet wird, aber mit dessen Hilfe die Umwelt permanent „gescannt“ wird.

1. Der ventral-parasympathische Zweig des Vagusnervs: für das System soziales Engagement (Sicherheit)
2. Das sympathische System: Mobilisierung (Kampf-Flucht-Verhalten – bei Gefahr)
3. Der dorsal-parasympathische Zweig des Vagus: Immobilisierung (Erstarrung – bei lebensbedrohenden Situationen)

Drei Verhaltensstrategien:

SICHERHEIT: 

Dieses System entscheidet darüber, wie bewusst oder wach ein Mensch in jedem beliebigen Augenblick ist.
Schon dem Neugeborenen steht das Handlungssystem soziales Engagement zur Verfügung und gelangt zum Ausdruck, wenn das Baby weint oder lächelt, um mit der Betreuungsperson zu interagieren. Durch wiederholtes Erleben harmonischer dyadischer Interaktion mit der Mutter oder dem Vater entwickelt das Kind Erlebnisse der Sicherheit.
Die Neurozeption erklärt, warum ein Baby bspw. eine sanfte elterliche Umarmung genießt, dieselbe Geste bei einem Fremden jedoch als Angriff erlebt.

Das System „soziales Engagement“, das in sicheren Situationen aktiviert wird, beeinflusst folgende Systeme:

  • Öffnung der Augenlider – das Sehen
  • Die Gesichtsmuskeln – emotionaler Ausdruck
  • Die Muskeln des Mittelohres – Filtern Stimmen aus den Hintergrundgeräuschen
  • Den Kaumuskel – Nahrungsaufnahme, Verdauung
  • Kehlkopf- und Rachenmuskeln
  • Das Zur-Seite-Neigen des Kopfes und das Drehen durch die Hals-Muskeln – soziale Gesten und Orientierungsreaktion.

Das System „soziales Engagement“…

  • ermöglicht ein schnelles Eingehen auf die Umgebung und auf Beziehungen (Orientierung) sowie die rasche Abwendung von ihnen durch Regulierung der Herzfrequenz, ohne Notwendigkeit der Mobilisierung des sympathischen Nervensystems.
  • fördert den Wechsel in ruhigere, flexiblere und somit adaptivere Allgemeinzustände. So können wir Gesichtsausdrücke lesen, Zuhören oder Vokalisieren
  • reguliert in  nicht-bedrohlichen Kontexten das sympathische Nervensystem, es hilft uns, uns auf die Umgebung einzulassen, und es hilft uns, positive Bindungen und soziale Beziehungen zu entwickeln.

Selbst wenn eine akute Bedrohung besteht, kann ein Mensch mit guter Anpassungsfähigkeit sein System „soziales Engagement“ nutzen, indem er zum Beispiel versucht, mit einem potentiellen Angreifer ins Gespräch zu kommen (kommunikative Flexibilität).

GEFAHR: Das sympathische System, die Mobilisierung
Die Aktivierung des sympathischen Nervensystems, primitiver und weniger flexibel als das System soziales Engagement, erhöht im Falle einer Bedrohung das Arousal (den allgemeinen Grad der Aktivierung des zentralen Nervensystems) und aktiviert Überlebensmechanismen. Akute Gefahr: Das sympathische Nervensystem schaltet sich ein, wodurch neurochemische Stoffe ausgeschüttet werden, die das Arousal erhöhen. Die Atmung wird beschleunigt, die Muskeln durchblutet und die Blutzufuhr zum Kortex verringert.

Das Hyperarousal ermöglicht uns, viel Energie und Kraft erfordernde Kampf-und Fluchtaktivitäten auszuführen. Bei chronischem Zustand beeinträchtigt es allerdings die Fähigkeit zu adaptiven Entscheidungen, das Verhalten wird reflexhaft und impulsiv. Wenn weder System „soziales Engagement“ noch Kampf-Flucht-Reaktionen (Sympathikus) die Sicherheit gewährleisten, tritt der dorso-vagale Komplex, als nächste Verteidigungslinie in Aktion:

LEBENSBEDROHUNG: Das Immobilisierungs-System

Der dorsale Zweig des Vagusnervs, aktiviert das primitivste unter diesen Systemen. Er wird durch Hypoxie (Minderversorgung) aktiviert und bewirkt eine Immobilisierung (Überlebenssicherung) in Form von Totstellen, Reglosigkeit und/oder Ohnmachtszuständen. Durch chronische Immobilisierung entstehen häufig somatoforme dissoziative Symptome wie etwa motorische Schwäche, Lähmungserscheinungen und Störungen der Wahrnehmung innerer Körperempfindungen wie Amnesie, Verwirrungszustände und Aufmerksamkeitsdefizite.
Viele Körperfunktionen werden eingeschränkt, was zu einem relativen Absinken der Herz- und Atemfrequenz führt und sich im Geist in einem Gefühl von Taubheit und Verschlossenheit und einer Dissoziation vom Selbstempfinden oder in Panik niederschlägt.

 

Diese TherapeutInnen bieten es an:

Angela Laimer

Psychotherapeutin in Ausbildung unter Supervision, Coachin, Trainerin, Lebens- und Sozialberaterin
Einzel-, Paar- und Gruppensetting

Angela unterstützt, stabilisiert und begleitet in lebensverändernden Situationen. Mit ihrer positiven Lebenseinstellung gelingt es ihr eine ruhige, vertrauensvolle, therapeutische Beziehung herzustellen.

Christian Beer, MSc

Psychotherapeut und Coach
Einzel-, Gruppen- und Paarsetting

Ideengeber und Gründer der WIENER COUCH.

Christian Schneider, MA, BA

Psychotherapeut, Psychotraumatherapeut, Coach
Einzelsetting

Christian ist es wichtig, Menschen zu helfen, die Sicht auf ihren Lebensweg zu erweitern und Ihnen neue Möglichkeiten zu erschließen.

Dr. Birgitta Hadatsch-Metz

Psychotherapeutin, Somatic Experiencing Practitioner, Brain Spotting Practitioner und Supervisorin
Einzel- und Paarsetting

Birgitta begleitet insbesondere Menschen mit traumatischen Erfahrungen. Das (Wieder)-Erlangen von Lebendigkeit und Lebensfreude sowie das Vertrauen in die eigene Wirkmächtigkeit sind wesentliche Aspekte in der Therapie.

Dr. Ursula Baatz

Achtsamkeitstrainerin und Somatic Experiencing Practicioner
Einzel- und Gruppensetting

Ursula ist seit Jahren Achtsamkeitstrainerin, unterstützt in Stress- und Konfliktsituationen, hilft mit sich selbst und anderen achtsam und liebevoll umzugehen.

Dr.med.univ. et scient.med. Lucie Bartova (MD PhD)

Psychiatrische Unterstützung
Einzelsetting

Frau DDr. Lucie Bartova ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin. In einer vertrauensvollen Atmosphäre der Wiener Couch betreut sie Sie als Wahlärztin sehr gerne auf Deutsch, Englisch oder Tschechisch.

Gabriela Jungreuthmayer-Einsle

Psychotherapeutin
Einzel- und Paarsetting

Durch den traumatherapeutischen Ansatz hilft Ihnen Gabriela mehr Kontrolle und Selbstwirksamkeit in Ihrem Leben wiedererlangen zu können.

Mag. Adina Kreisl

Klinische Psychologin, Elementarpädagogin
Einzel-, Paar- und Gruppensetting

Adina verfolgt in ihrer Arbeit mit KlientInnen einen feinfühligen, ganzheitlichen und ressourcenorientierten Ansatz.

Mag. Barbara Fereberger

Klinische und Gesundheitspsychologin, Somatic Experiencing practitioner ®
Einzel- und Gruppensetting

Barbara arbeitet seit über 10 Jahren als Klinische und Gesundheitspsychologin, Körper- und Traumatherapeutin in freier Praxis in Wien.

Mag. Dr. Elisabeth Mixa

Psychotherapeutin, Coachin, Supervisorin
Einzel-, Paar und Gruppensetting

Elisabeth Mixa arbeitet mit psychodynamischen Methoden. Dadurch bekommen Sie einen tiefen Einblick in Ihre unbewussten Dynamiken.

Mag. Saskia Reitter-Schramm

Klinische und Gesundheitspsychologin, Psychotherapeutin (Verhaltenstherapie) in Ausbildung unter Supervision
Einzel- und Gruppensetting

Mit ihrem verhaltenstherapeutischen als auch traumaspezifischen Fokus ist es Saskia wichtig, individuell auf jede Person und deren Geschichte einzugehen.

Mag.pth. Alexander Chernikov

Psychotherapeut und Coach
Einzel-, Gruppen- und Paarsetting

Alexander begleitet seine KlientInnen auf eine dynamische und empathische Weise. Und als Leistungssportler weiß er, wie man zielorientiert und dabei fürsorglich an sich arbeiten kann.